Stadt steigt bei Solarpark Kenzingen ein

Esslinger Zeitung, 02. Januar 2018 Presseartikel

Stadt steigt bei Solarpark Kenzingen ein

OSTFILDERN: Kommune erwirbt 3,4 Prozent der Anteile - Bis zum Jahr 2020 möchte Ostfildern 20 Prozent C02 einsparen

(red) - Ganz im Sinne seines Mottos „kommunal elektrisierend“ verkauft der Neckar-Elektrizitätsver-band (NEV) 20 Prozent seiner Anteile am Solarpark Kenzingen an Verbandskommunen. Die Stadt Ostfildern erwirbt 3,4 Prozent, die Gemeinde Weissach 16,6 Prozent der Anteile an dem südbadischen Solarpark.

Ostfilderns Erster Bürgermeister Rainer Lechner weiß seine Stadt auf einem ambitionierten Weg: Regenerative Energieerzeugung durch Holzhackschnitzel-Heizanlagen für rund 3500 Wohneinheiten, mehrere Blockkraftheizwerke und Photovoltaikanlagen sowie energiesparende LED-Straßenbeleuchtung sind bereits umgesetzt. „Die Stadt Ostfildern hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2020 systematisch 20 Prozent ihrer C02-Emissionen einzusparen. Hierfür haben wir ein integriertes Klimaschutzkonzept verabschiedet.“ Die Beteiligung an einer großen PV-Freiflächenanlage sei ein weiterer konsequenter Schritt zum Erreichen der selbstgesetzten Vorgaben. „Als Finanzbürgermeister freue ich mich zudem besonders darüber, für diese Investition keine Ausgaben tätigen zu müssen: Der Erwerb der Anteile konnte komplett aus den in den letzten Jahren angesparten Ausschüttungen des NEV an die Stadt Ostfildern bestritten werden“, so Lechner in einer Pressemitteilung.

Daniel Töpfer, Bürgermeister der Gemeinde Weissach, betont den kommunalen Beitrag zum Klimaschutz durch das neue Engagement: „Für die Gemeinde Weissach ist Klimaschutz nicht nur eine Worthülse, auf ganz unterschiedliche Art und Weise leisten wir unseren Beitrag dazu, etwa durch den Betrieb zahlreicher Photovoltaik-und Solarthermie-Anlagen auf gemeindeeigenen Liegenschaften oder das Heizen von Bauhof, Altenpflegeheim, Sporthallen und Gemeinschaftsschule mit Holzhackschnitzelanlagen. Unsere Straßenbeleuchtung rüsten wir sukzessive auf energieeffiziente LED-Technik um. Dank des NEV können wir uns nun zusätzlich zu den Maßnahmen vor Ort direkt an einer großen Freiflächensolaranlage beteiligen. Das ist für uns ein weiterer großer Baustein im aktiven Klimaschutz.“

NEV-Geschäftsführer Mario Dürr betont, dass „die Energiewende nur Hand in Hand mit den Kommunen zu meistern ist. Die NEV-Verbandsversammlung im letzten Monat hat den gemeinsamen Weg in Richtung weiterer Investition in Erneuerbare Energien erneut bekräftigt.“

Der Solarpark Kenzingen befindet sich auf einem 4,4 Hektar großen Gelände auf einem ehemaligen Sprengplatz der französischen Streitkräfte im südbadischen Kenzingen und verfügt über eine Anlagenleistung von 2,62 Megawatt Peak. Die 9900 Solarmodule können planmäßig über 3000 Megawattstunden Strom im Jahr einspeisen und versorgen dadurch etwa 850 Haushalte. Zudem werden im Vergleich mit dem aktuellen Strommix in Deutschland rund 2100 Tonnen des Treibhausgases C02 eingespart.

Der Neckar-Elektrizitätsver-band ist ein kommunaler Zweckverband, dem 167 Städte und Gemeinden sowie neun Landkreise angehören. Das Verbandsgebiet erstreckt sich vom Landkreis Heilbronn im Norden bis zum Landkreis Reutlingen im Süden von Baden-Württemberg. Der Sitz des Verbandes ist Esslingen. Der NEV hat insbesondere die Aufgabe, die Interessen seiner Mitglieder auf dem Gebiet der Energieversorgung zu vertreten und auf eine einheitliche, zweckmäßige, wirtschaftliche
und umweltschonende Energieversorgung der Gemeinden und aller Abnehmerkreise des Verbandsgebiets hinzuwirken. Im Rahmen dieser Aufgabe steht die hauptamtlich besetzte Geschäftsstelle allen Gemeinden, Landkreisen, Behörden und Stromabnehmerverbänden zur Beratung zur Verfügung.

Neben dem Engagement beim Solarpark Kenzingen mit nun 65 Prozent hält der NEV 44 Prozent am Solarpark Berghülen, gemeinsam mit Verbandskommunen 8,33 Prozent am EnBW Onshore Portfolio und besitzt eine Windenergieanlage in Westerheim sowie Photo-voltaik-Dachanlagen in Bad Cannstatt. Im vergangenen Jahr belief sich die Jahreserzeugung des NEV durch Erneuerbare Energien-Betei-ligungen auf über 22 000 Megawattstunden.
Damit konnten rechnerisch zirka 6000 Haushalte versorgt und etwa 12 000 Tonnen C02 eingespart werden.