KAWAG: Kommunen sind gefordert

Ludwigsburger Kreiszeitung Bottwartal, 26. Januar 2021 Presseartikel

Kapital der Gesellschafter an der Kraftwerk Altwürttemberg AG wird erhöht

Jetzt müssen die Gesellschafter ran: Der Pleidelsheimer Gemeinderat hat am Donnerstagabend bei einer Enthaltung dafür gestimmt, das Kapital aller Gesellschafter
an der Kraftwerk Altwürttemberg AG (Kawag) um 5,7 Millionen Euro zu erhöhen.
Der Pleidelsheimer Anteil liegt bei 56.645 Euro. Gleichzeitig gibt die Gemeinde der Kawag-Netze ein Darlehen in Höhe von 113.290 Euro. Süwag-Anteil bei 49 Prozent.

Die kommunale Netzgesellschaft Kawag wurde vor neun Jahren gegründet. Der Energiedienstleister Süwag Energie hält einen Anteil von 49 Prozent an der Gesellschaft.
Die Beteiligungsquote der rund 20 Kommunen aus den Landkreisen Heilbronn, Rems-Murr und Ludwigsburg sowie des Neckar-Elektrizitätsverbandes (NEV) liegt bei 51 Prozent.
Die Kawag-Netze teilen sich in ein GmbH- und AG-Modell auf. Für das GmbH-Modell hat sich unter anderem die Gemeinde Affalterbach entschieden.
Im AG-Modell haben sich unter anderem Benningen, Erdmannhausen, Großbottwar, Hessigheim, Oberstenfeld und Pleidelsheim zusammengeschlossen.
Die Netzgesellschaften haben die Stromnetze erworben und verpachten sie zum Betrieb an die Süwag Energie. Die Netzgesellschaft investiere jedes Jahr in das Verteilnetz, erklärte Bürgermeister Ralf Trettner.
Weil die Abschreibungen niedriger als die Investitionen seien, müsse die Kawag „Eigenkapital einsammeln und Kredite aufnehmen“, so Trettner

Für das eingebrachte Eigenkapital erhalten die Kommunen einen vergleichsweise hohen Zins – 5,6 Prozent.
In Pleidelsheim fließt das Geld allerdings nicht in die Gemeindekasse, sondern geht an die Sozialstiftung. Bei dieser hat die Gemeinde vor sechs Jahren einen Kredit in Höhe von 180.000 Euro aufgenommen.
Dieses Geld wiederum investierte die Kommune bei der Netzgesellschaft Kawag und erwarb damit Anteile am Stromnetz.

Das neue Kapital, das die Kommunen bei der Kawag Netze einbringen, werde allerdings nicht mehr mit diesem hohen Satz verzinst, sondern nur noch mit 2,65 Prozent, sagte Bürgermeister Trettner.
WIR-Gemeinderätin Christel Staudenmaier wollte wissen, was passiert, wenn eine Kommune die Kapitalerhöhung ablehnt. Dann springe der NEV ein, erklärte der Verwaltungschef.
Bei einer Enthaltung stimmte der Pleidelsheimer Gemeinderat der Kapitalerhöhung für die Kawag-Netze zu.