Geldspritze für die KAWAG Netze

Ludwigsburger Kreiszeitung Bottwartal, 28. Januar 2021 Presseartikel

Eigenkapitalquote wegen höheren Investitionen von 40 auf 33 Prozent gesunken

Die Gemeinde Benningen erhöht ihren Eigenkapitalanteil an den Kawag-Netzen um 136 000 Euro.
Zudem wird ein Gesellschafterdarlehen in Höhe von rund 90 000 Euro an die größte kommunalen Netzgesellschaft des Energieversorgers Süwag gewährt.
Der Gemeinderat hat diesem Vorschlag der Verwaltung in seiner jüngsten Sitzung ohne Ausnahme zugestimmt.

Benningen ist seit 2014 Mitglied der Kawag-Netze, so wie 18 weitere Städte und Gemeinden. Die Süwag ist mit 49 Prozent an der Netzgesellschaft beteiligt und somit Minderheitsgesellschafter.
„Die Zusammenarbeit ist ausschließlich positiv verlaufen, der Versorger muss auf unsere Wünsche eingehen“, sagte Bürgermeister Klaus Warthon, selbst Mitglied im Kawag-Aufsichtsrat.
Aus diesem Grund sei in den vergangenen Jahren auch deutlich mehr Geld ins Stromnetz investiert worden als zu Zeiten des Konzessionsvertrags. Bei dieser Lösung hatten die Kommunen wesentlich weniger Einflussmöglichkeiten.

Die Kehrseite der Medaille: Wegen der höheren Investitionen ist die Eigenkapitalquote der Kawag sukzessive von 40 auf 33 Prozent gesunken. Deshalb entscheiden die beteiligten Kommunen derzeit über Finanzspritzen.
Zumindest im Benninger Gemeinderat war die Angelegenheit unstrittig. „Das ist gut investiertes Geld“, so der CDU-Fraktionsvorsitzende Edgar Brucker. „Versorgungsnetze gehören in die öffentliche Hand.“

Durch den Beitritt zur Netzgesellschaft sei nicht nur der eigene Einfluss auf die kommunale Stromversorgung gestiegen, betonte Bürgermeister Warthon.
Die Eigenkapitalerhöhung sei auch mit Blick auf die Rendite gut angelegt. „Wir bekommen einen durchschnittlichen Zinssatz von 3,6 Prozent – das ist deutlich mehr, als momentan auf dem Kapitalmarkt drin wäre.“